Das Wichtigste in Kürze
Hüftschmerz beim Liegen sitzt meist an der Außenseite der Hüfte und kommt in den meisten Fällen nicht aus dem Gelenk, sondern von gereizten Sehnen der Gesäßmuskulatur und dem Schleimbeutel darüber. Druck in Seitenlage und ein nach innen fallendes Bein verstärken die Reizung. Eine angepasste Schlafposition mit Kissen zwischen den Knien entlastet oft schon in den ersten Nächten. Vier Kräftigungsübungen machen die Sehnen innerhalb von acht bis zwölf Wochen wieder belastbar. Schmerz nach einem Sturz, Fieber oder ein Schmerz, der in keiner Lage nachlässt, gehören ärztlich abgeklärt.
Inhalt
Warum die Hüfte gerade nachts schmerzt
Tagsüber geht es einigermaßen, doch sobald Sie sich auf die Seite legen, meldet sich die Hüfte. Sie drehen sich um, und nach einer Stunde schmerzt es wieder. Kennen Sie das? Der Grund liegt in der Anatomie: An der Außenseite der Hüfte sitzt ein Knochenvorsprung, der große Rollhügel. Dort setzen die Sehnen der Gesäßmuskeln an, darüber liegt ein Schleimbeutel als Polster. Liegen Sie auf dieser Seite, drückt Ihr Körpergewicht direkt auf diese Stelle.
Auch die andere Seite ist nicht automatisch entlastet. Liegt das schmerzende Bein oben und sinkt mit dem Knie nach vorn auf die Matratze, werden die Sehnen über den Knochenvorsprung gespannt und zusammengedrückt. Eine gereizte Sehne verträgt genau das schlecht.
Die häufigsten Ursachen
Gereizte Gesäßsehnen und Schleimbeutel (Trochanter-Schmerzsyndrom)
Die mit Abstand häufigste Ursache für Hüftschmerz in Seitenlage. Der Schmerz sitzt außen an der Hüfte, ist auf Druck empfindlich und zieht manchmal an der Außenseite des Oberschenkels bis zum Knie. Meist sind die Sehnen des mittleren und kleinen Gesäßmuskels überlastet, der Schleimbeutel reagiert nur mit. Besonders häufig trifft es Frauen ab etwa 40 Jahren.
Hüftarthrose
Hier sitzt der Schmerz eher in der Leiste oder tief vorn in der Hüfte, manchmal strahlt er in den Oberschenkel oder bis zum Knie aus. Typisch sind steife erste Schritte am Morgen und Mühe beim Anziehen von Socken. Nachtschmerz kommt vor allem in fortgeschrittenen Stadien vor.
Ausstrahlung aus Lendenwirbelsäule oder Kreuzdarmbeingelenk
Schmerz am Gesäß oder hinten an der Hüfte, der beim Drehen im Bett einschießt, kommt oft aus dem unteren Rücken. Zieht er zusätzlich ins Bein oder kribbelt es, spricht das für eine gereizte Nervenwurzel.
Wo genau sitzt der Schmerz bei Ihnen: außen, in der Leiste oder hinten? Diese Antwort ist der wichtigste Hinweis auf die Ursache.
Selbsttest: Sehne oder Gelenk?
Drei einfache Proben geben Ihnen eine erste Richtung. Sie ersetzen keine Untersuchung.
Druckprobe: Tasten Sie im Stehen den Knochenvorsprung außen an der Hüfte, etwa eine Handbreit unter dem Beckenkamm. Löst kräftiger Druck dort genau Ihren bekannten Schmerz aus, sind sehr wahrscheinlich Sehnen und Schleimbeutel gereizt.
Einbeinstand: Stellen Sie sich 30 Sekunden auf das schmerzende Bein und halten Sie sich nur leicht mit einem Finger fest. Kommt der seitliche Schmerz innerhalb dieser Zeit, spricht auch das für die Gesäßsehnen.
Drehprobe: Setzen Sie sich auf einen Stuhl und legen Sie den Fuß der schmerzenden Seite auf das andere Knie, als wollten Sie eine Socke anziehen. Gelingt das kaum oder schmerzt es dabei tief in der Leiste, ist eher das Hüftgelenk selbst beteiligt. Was haben die drei Proben bei Ihnen ergeben?
Hüftschmerz, der Ihnen den Schlaf raubt?
Wir untersuchen Hüfte, Becken und Rücken im Zusammenhang und finden die Ursache – in unserer Praxis in Bückeburg.
Termin online buchenSo liegen Sie besser
Die Schlafposition ist die schnellste Stellschraube. Legen Sie sich auf die schmerzfreie Seite und klemmen Sie ein festes Kissen zwischen Knie und Unterschenkel, sodass das obere Bein auf Hüfthöhe liegt und nicht nach vorn absinkt. In Rückenlage hilft ein Kissen unter den Kniekehlen.
Genauso wichtig ist der Tag, denn dort entsteht die Reizung. Stehen Sie oft auf einem Bein und lassen die Hüfte seitlich herausschieben? Schlagen Sie im Sitzen die Beine übereinander? Beides drückt die Sehnen gegen den Knochen. Stehen Sie auf beiden Beinen, sitzen Sie mit den Füßen nebeneinander und verzichten Sie für einige Wochen auf Dehnübungen, bei denen das Bein über die Körpermitte gezogen wird. Sie reizen die Sehne zusätzlich.
Vier Übungen, die helfen
Sehnen brauchen Belastung, um zu heilen, aber in der richtigen Menge. Üben Sie an vier bis fünf Tagen in der Woche. Ein leichtes Ziehen bis etwa drei auf einer Skala von null bis zehn ist in Ordnung. Ist der Schmerz in der folgenden Nacht deutlich stärker, war es zu viel.
1. Anspannen ohne Bewegung
Legen Sie sich auf den Rücken, die Beine gestreckt und hüftbreit. Binden Sie einen Gürtel oder ein Übungsband locker um beide Oberschenkel oberhalb der Knie. Drücken Sie nun beide Beine mit mittlerer Kraft nach außen gegen den Gürtel, ohne dass sie sich bewegen. 30 Sekunden halten, 30 Sekunden Pause, fünf Durchgänge. Diese Übung beruhigt die Sehne und eignet sich auch für Tage mit stärkeren Schmerzen.
2. Brücke
In Rückenlage mit aufgestellten Füßen heben Sie das Becken, bis Schultern, Hüfte und Knie eine Linie bilden. Spannen Sie oben das Gesäß bewusst an, die Knie bleiben hüftbreit. Drei Sekunden halten, langsam absenken. Drei Sätze mit 12 Wiederholungen.
3. Seitliches Abspreizen im Stand
Stellen Sie sich aufrecht an eine Stuhllehne. Führen Sie ein Bein gestreckt langsam etwa 30 Zentimeter zur Seite, der Oberkörper bleibt gerade, die Fußspitze zeigt nach vorn. Zwei Sekunden halten, langsam zurück. Drei Sätze mit 10 bis 12 Wiederholungen pro Seite.
4. Becken anheben auf der Stufe
Stellen Sie sich mit dem schmerzenden Bein seitlich auf die unterste Treppenstufe, das andere Bein hängt frei, eine Hand liegt am Geländer. Lassen Sie das freie Bein langsam einige Zentimeter absinken, indem das Becken auf dieser Seite nachgibt, und heben Sie es dann wieder an, bis das Becken waagerecht steht. Das Knie des Standbeins bleibt gestreckt. Drei Sätze mit 10 Wiederholungen. Beginnen Sie mit dieser Übung erst, wenn die ersten drei gut gelingen.
Rechnen Sie mit Geduld: Sehnen bauen sich langsam um. Die Nächte werden meist nach zwei bis vier Wochen ruhiger, voll belastbar ist die Hüfte oft erst nach acht bis zwölf Wochen. Ein fester Zeitpunkt am Tag hilft beim Durchhalten.
Wann Sie zum Arzt sollten
Lassen Sie die Hüfte zeitnah ärztlich untersuchen, wenn der Schmerz nach einem Sturz begann oder Sie das Bein nicht mehr belasten können, wenn Fieber, Rötung oder eine deutliche Überwärmung hinzukommen, wenn der Schmerz nachts in jeder Lage gleich stark bleibt, wenn Sie ungewollt Gewicht verlieren oder wenn Taubheit oder Schwäche im Bein auftreten. Auch ein tiefer Leistenschmerz, der über Wochen zunimmt, oder Beschwerden, die sich trotz sechs Wochen konsequenter Übungen nicht bessern, gehören abgeklärt.
So behandeln wir in der Praxis
Viele Patienten aus Bückeburg und Umgebung kommen zu uns, nachdem sie monatelang schlecht geschlafen haben. In der Untersuchung prüfen wir die Beweglichkeit des Hüftgelenks, die Kraft der Gesäßmuskeln, die Stellung des Beckens und den unteren Rücken. So zeigt sich, ob Sehne, Gelenk oder Wirbelsäule den Schmerz auslösen.
Mit den Händen lösen wir Spannungen in Gesäß, Oberschenkel und Lendenwirbelsäule und verbessern die Beweglichkeit der Hüfte. Den größeren Teil macht das Training aus: Wir stellen Ihnen ein Programm zusammen, das die Sehnen schrittweise stärker fordert, und passen es an, sobald die Nächte ruhiger werden. Dazu besprechen wir Schlafposition, Sitzen und Stehen im Alltag. Wie lange begleitet Sie der Schmerz schon?
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Häufige Fragen
Auf welcher Seite soll ich bei Hüftschmerzen schlafen?
Am besten auf der schmerzfreien Seite mit einem festen Kissen zwischen Knien und Unterschenkeln, damit das obere Bein nicht nach vorn absinkt. Alternativ in Rückenlage mit einem Kissen unter den Kniekehlen.
Ist Hüftschmerz in der Nacht ein Zeichen für Arthrose?
Meist nicht. Schmerz außen an der Hüfte, der vor allem in Seitenlage auftritt, kommt in der Regel von gereizten Sehnen und dem Schleimbeutel. Arthrose zeigt sich eher durch Leistenschmerz, steife erste Schritte und eine eingeschränkte Drehung der Hüfte.
Hilft Wärme oder Kälte?
Beides ist möglich. Bei einem frischen, heißen Schmerz lindert Kühlen für zehn Minuten. Bei länger bestehenden Beschwerden empfinden die meisten Wärme als angenehmer. Die Ursache behebt beides nicht.
Wie lange dauert es, bis die Hüfte nachts Ruhe gibt?
Mit angepasster Schlafposition und regelmäßigen Übungen werden die Nächte bei vielen nach zwei bis vier Wochen besser. Bis die Sehnen wieder voll belastbar sind, vergehen meist acht bis zwölf Wochen.


