Das Wichtigste in Kürze
Schmerzt die Schulter vor allem, wenn Sie den Arm seitlich zwischen Hüft- und Kopfhöhe heben, ist meist der Raum unter dem Schulterdach zu eng geworden. Sehnen und Schleimbeutel werden dort eingeklemmt und reizen sich. Die Ursache liegt selten im Gelenk selbst, viel öfter in einer schwachen Schulterblattmuskulatur und einer nach vorn gezogenen Haltung. Mit gezielten Übungen bessert sich das in den meisten Fällen innerhalb von sechs bis zwölf Wochen.
Inhalt
Die häufigsten Ursachen
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers, und genau das macht sie anfällig. Der Oberarmkopf wird weniger von Knochen als von Muskeln und Sehnen geführt. Geraten diese aus dem Gleichgewicht, entsteht schnell Reibung. Woher kommt der Schmerz beim Armheben am häufigsten?
Engpass unter dem Schulterdach (Impingement). Zwischen Oberarmkopf und Schulterdach verlaufen Sehnen und ein Schleimbeutel. Steht der Oberarmkopf zu hoch oder kippt das Schulterblatt nach vorn, wird dieser Raum enger. Beim Heben des Arms klemmt es. Typisch ist ein Schmerz an der Vorder- und Außenseite der Schulter, der nachts beim Liegen auf der Seite stört.
Reizung der Rotatorenmanschette. Die vier Muskeln, die den Oberarmkopf zentrieren, werden durch Überlastung oder Fehlhaltung gereizt. Der Schmerz sitzt meist tiefer im Gelenk, und die Kraft beim Heben lässt nach. Nach Jahren kann eine Sehne teilweise reißen, vor allem bei Menschen über fünfzig.
Verspannung von Nacken und Schulterblatt. Wer viel am Schreibtisch sitzt, zieht die Schultern nach vorn und oben. Die Muskulatur zwischen Schulterblättern wird schwach, der Nacken hart. Das Schulterblatt kann sich beim Armheben nicht mehr richtig mitdrehen, und der Arm bleibt hängen.
Seltener stecken eine Kalkschulter, eine Schultersteife oder Verschleiß im Schultereckgelenk dahinter. Diese Ursachen erkennen wir in der Untersuchung.
Selbsttest: der schmerzhafte Bogen
Stellen Sie sich aufrecht hin und heben Sie den gestreckten Arm langsam seitlich an, bis er senkrecht nach oben zeigt. Tut es vor allem in der Mitte weh, etwa zwischen 60 und 120 Grad, und wird es darüber wieder besser? Das spricht für einen Engpass unter dem Schulterdach. Schmerzt es erst ganz oben, ist eher das Schultereckgelenk beteiligt. Schmerzt es von Anfang an und lässt sich der Arm kaum heben, sollte ein Arzt eine Verletzung oder eine Schultersteife ausschließen.
Drei Übungen für zu Hause
1. Schulterblätter zusammenziehen
Im Sitzen oder Stehen die Schulterblätter nach hinten unten ziehen, als wollten Sie einen Stift zwischen ihnen festhalten. Fünf Sekunden halten, lösen. Fünfzehn Wiederholungen, dreimal am Tag. Klingt einfach, ist aber die Grundlage für alles Weitere.
2. Außenrotation mit Band
Ein Gymnastikband an einer Türklinke befestigen. Ellenbogen am Körper anlegen, rechtwinklig beugen und den Unterarm gegen den Widerstand nach außen drehen. Langsam zurück. Drei Sätze mit zwölf Wiederholungen. Die Übung stärkt die Muskeln, die den Oberarmkopf nach unten ziehen und so Platz unter dem Schulterdach schaffen.
3. Brustmuskel dehnen
Unterarm an einen Türrahmen legen, Ellenbogen auf Schulterhöhe, und den Körper langsam nach vorn drehen, bis es vorn in der Brust zieht. Dreißig Sekunden halten, jede Seite zweimal. Ein verkürzter Brustmuskel zieht die Schulter nach vorn; wird er länger, bekommt das Schulterblatt seine Bewegungsfreiheit zurück.
Übungen allein reichen nicht?
Wir finden heraus, welche Struktur gereizt ist, und behandeln gezielt – Physiotherapie und Osteopathie in Bückeburg.
Termin online buchenWas Sie vorerst vermeiden sollten
Arbeiten über Kopf, das Schlafen auf der schmerzenden Seite und Sport mit vielen Wurf- oder Drückbewegungen reizen die Schulter weiter. Ganz ruhigstellen sollten Sie sie aber nicht: Eine Schulter, die wochenlang geschont wird, steift ein. Bewegen Sie den Arm im schmerzfreien Bereich so oft wie möglich.
Wann Sie zu uns kommen sollten
Aus Bückeburg und dem Umland sehen wir jede Woche Schultern, die schon seit Monaten schmerzen. Je früher Sie kommen, desto kürzer ist in der Regel die Behandlung. Wenn der Schmerz nach zwei bis drei Wochen mit den Übungen nicht besser wird, wenn er nachts regelmäßig weckt oder wenn der Arm an Kraft verliert, lohnt sich eine Untersuchung. Wir prüfen, welche Sehne oder welcher Muskel betroffen ist, wie das Schulterblatt sich bewegt und ob der Nacken beteiligt ist. Die Behandlung verbindet manuelle Techniken, die den Raum unter dem Schulterdach vergrößern, mit einem Übungsprogramm, das auf Ihre Schulter zugeschnitten ist.
Nach einem Sturz, bei plötzlichem Kraftverlust oder einer sichtbaren Verformung der Schulter gehen Sie zuerst zum Arzt, damit ein Riss oder eine Ausrenkung ausgeschlossen wird.
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Häufige Fragen
Hilft eine Spritze in die Schulter?
Eine Kortisonspritze kann eine akute Entzündung beruhigen und den Schmerz für einige Wochen nehmen. An der Ursache ändert sie nichts. Sinnvoll ist sie, wenn der Schmerz so stark ist, dass Übungen nicht möglich sind.
Muss ein Impingement operiert werden?
Selten. Studien der letzten Jahre zeigen, dass ein gutes Übungsprogramm bei den meisten Patienten genauso wirksam ist wie eine Operation. Operiert wird heute vor allem, wenn eine Sehne gerissen ist oder die konservative Behandlung über Monate nicht anschlägt.
Wie lange dauert es, bis die Schulter wieder frei ist?
Rechnen Sie mit sechs bis zwölf Wochen konsequenten Übens. Eine erste Erleichterung spüren viele schon nach zwei bis drei Wochen.


